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gebunden
224 Seiten
€ 26,90
ISBN 978-3-88190-620-3

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Pressemitteilung

 

Badisches Landesmuseum

FRAUENSILBER
Paula Straus, Emmy Roth & Co.
Silberschmiedinnen der Bauhauszeit


Bis heute ist kaum bekannt, dass sich in den „Goldenen zwanziger Jahren“
der Weimarer Republik künstlerisch begabte Frauen ein Handwerk eroberten, das
seit Jahrhunderten von Männern dominiert war: die Gold- und Silberschmiedekunst. Schon vor dem Ersten Weltkrieg erlernten Frauen im Zuge einer breiten Emanzipationsbewegung das Metier und bauten sich mit einer eigenen Werkstatt
eine Existenz auf. In Deutschland machte die erste Gold- und Silberschmiedin
1912 ihren Meister, in Österreich 1924 und in der Schweiz 1926.

Überwiegend wurden die Frauen als Goldschmiedin tätig und gestalteten Schmuck. Nur wenige arbeiteten auch als Silberschmiedin und stellten Luxus- und Gebrauchsgerät her: Kaffee- und Teeservice, Tafelsilber, Vasen, Kannen, Schalen, Dosen, Becher und sogar Bestecke. Paula Straus (1894–1943), Emmy Roth (1885–1942) und Christa Ehrlich (1903–1995) gingen noch einen Schritt weiter: Sie wurden zu den ersten „Industriedesignerinnen“ der Silberbranche. In erstaunlich kurzer Zeit vermochten sie serielle Silberwaren mit einer eigenen Produktlinie zu gestalten.

Ihre Formfindungen von sachlicher Einfachheit, hoher Funktionalität und technischer Perfektion überraschen heute noch – viele ihrer Arbeiten wirken zeitlos modern. Was sich das Weimarer Bauhaus (1919?–?1925) auf seine Fahnen als Zukunftsvision geschrieben hatte, wurde von einigen dieser Frauen bereits geleistet.

Ihr Erfolg und ihre Bedeutung als Gestalterinnen gerieten durch die Ereignisse nach 1933 jedoch in Vergessenheit. Die Karlsruher Ausstellung ermöglicht nun erstmals die Wiederentdeckung von Werk und Viten dieser meist wenig bekannten Kunsthandwerkerinnen: In einzelnen Kapiteln zeigt sie Arbeiten von Paula Straus und Emmy Roth, Eilfriede Berbalk, Marga Jess, Martha Flüeler-Haefeli, Erika Spitzbarth-Petersen, Hilde Vollers, Gemma Wolters-Thiersch, Erna Zarges-Dürr und sechs weiteren Künstlerinnen. Anhand von rund 200 Exponaten und gemeinsam mit der begleitenden Publikation nimmt die Ausstellung so eine Korrektur in der Geschichte des Kunsthandwerks und des Designs für die Zeit vor 1945 vor.