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Nr. 77
112 Seiten
reich bebildert
Einzelheft € 12 / sFr 21
ISSN 0720-3098
ISBN 978-3-88190-436-0

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Die neue allmende – Zeit für Statussymbole

allmende 77
Zeitschrift für Literatur

25 Jahre allmende

„Die Menschen an der Grenze erleben hautnah die Präsenz der anderen“, so heißt es in Annette Kliewers Plädoyer für eine stärkere Berücksichtigung der regionalen Literaturen im Deutschunterricht. Seit jetzt über 25 Jahren bemüht sich die allmende, das Gemeinsame der grenzüberschreitenden oberrheinischen Kulturregion ebenso hervorzuheben wie den Blick auf notwendige Differenzen zu lenken. Literarische Texte standen und stehen dabei im Zentrum und gerade die vorliegende Ausgabe zeigt die Vielfalt und Qualität der deutschsprachigen Literatur, insbesondere auch bezogen auf den Oberrhein. Mit Wolfgang Hermann und Arno Geiger kann die allmende zwei pro­minente Bregenzer Schriftsteller präsentieren, der jüngste Roman des Letzteren Es geht uns gut war einer der großen Erfolge des vergan­genen Jahres. Die österreichische Literatur, die sich auf Vorarlberg beziehen lässt, hat in den letzten Jahren große Resonanz in der deutschsprachigen Kritik gefunden. Das ist auch den Beiträgen aus Deutschland zu wünschen, die sich in diesem Heft präsentiert finden, darunter der Kurzprosa von Johanna Walser, sowie den Erzählungen von Pascal Antoinette Emrich und René Dietrich. Dem französischen Nachbarn gelten die essayistischen Erkundungen auf den Spuren von Jakob Michael Lenz von Herbert Schnierle-Lutz. Büchners Text über den Dichter des Sturm und Drang enthält „Passagen, die singen und tönen und nie mehr loslassen“, notierte sich Kurt Tucholsky – der Weg ins Steintal ins neu erbaute Oberlin-Museum lohnt noch immer als eine kulturhistorische Exkursion. Sie macht vielleicht auch die Schwierigkeiten erfahrbar, die sich heute der Tradition der elsässischen Literatur entgegenstellen. Ein Weg, das Wissen und die Sprachkompetenz zu bewahren, wäre sicherlich die Aufnahme regionaler Literatur in den Schulunterricht, so wie es Annette Kliewer einfordert. Traditionen weiter zu vermitteln, dazu dienen auch die Literaturpreise im Südwesten, wie der traditionsreiche Johann Peter Hebel-Preis, der in diesem Jahr an Martin Stadler verliehen wurde – sicher eine Entdeckung, wie der Auszug aus einem neuen Roman des Schweizer Schriftstellers zeigt. Die aktuelle Literatur will der neu begründete Paula Rombach-Preis befördern, und zwar bewußt bezogen auf die „Mitglieder“ der Universität Freiburg: Studierende, Lehrende, Angestellte und die sogenannten „Alumni“. Ein interessantes Experiment, wie die beiden Erzählungen der ersten Preisträger dokumentieren. Noch ein neuer Preis ist hervorzuheben, der Offenburger Übersetzerpreis, der den Blick auf die Leistungen des Übersetzens von fremdprachlichen Literaturen lenkt – die Literatur Polens stand im Zentrum der ersten Preisverleihung. Es tut sich was in der Region und die ­allmende zeigt sich auch im 26. Jahr ihres Bestehens als ein spannendes Forum zeitgenössischer Literatur – wie auch das vorliegende Heft wieder dokumentiert.

Die Herausgeber, die Redaktion und der Info Verlag wünschen allen Leserinnen und Lesern ein produktives Neues Jahr und alles, alles Gute.

Ausgabe Nr. 77 mit Beiträgen u.a. von René Dietrich · Pascal Antoinette Emrich
Arno Geiger · Hippe Habasch · Wolfgang Hermann · Annette Kliewer
Karlheinz Kluge · Irmhild Oberthür · Angelika Overath · Kathrin Pläcking
Herbert Schnierle-Lutz · Martin Stadler · Nico Daniel Schlösser · Johanna Walser

Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag.
Hg. von Manfred Bosch & Hansgeorg Schmidt-Bergmann
im Auftrag der Literarischen Gesellschaft, Karlsruhe