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Johannes Hucke
Libellen
greifen selten zu Labello
Gedichte, gereimt wie
vor hundert Jahren, aber trotzdem von heute. Geht das? Ja klar –
Johannes Huckes „reaktionäre Reimereien“ haben sich im
Rahmen zahlreicher Lesungen längst bewährt. Es ist die selten
gewordene Mischung aus geistreichem Witz und virtuoser Sprachbeherrschung,
die gleichzeitig amüsiert, fesselt und zum Staunen bringt. Dass dabei
als „kulinarisch“ abqualifizierte Themenstellungen wie Wein
und Genuss eine wichtige Rolle spielen, versteht sich aus der Vorgeschichte:
Bekannt geworden
ist Hucke nämlich durch seine Weinlesebücher über den Kraichgau,
die Bergstraße und die Südpfalz, durch Krimis und Theaterstücke,
darin stets ein Meister der Verführung zum Bacchantischen. Mit den
„Libellen“
kehrt er gewissermaßen zu seinen Anfängen zurück. Als
sehr junger Mensch
wurde der Frankfurter für seine Avantgarde-Lyrik und Kurzprosa u.a.
vom
Hessischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mehrfach
ausgezeichnet. Zwischendurch schrieb er immer wieder für Kabarett
und Brett´l, komponierte zahlreiche Chansons, was man seinen pointierten
Versen auch
anmerkt. Entsprechend einer zutiefst non-snobistischen Kulturauffassung
steigen Alltagshelden aus der zweiten Reihe wie Kartoffelklöße,
Bärlauchpflanzen oder Weintrauben bisweilen zu Protagonisten seiner
Balladen auf.
Hucke selbst
meint zu seiner gut verschenkbaren Sammlung: „Reime schreiben
bedarf der Rechtfertigung ... Die Rückkehr zur gebundenen, gereimten
Rede ist vielleicht vor allem ein Versuch, Lyrik, wenn sie schon mal sein
will, erträglich zu machen. Entschuldigen soll man sich trotzdem.
Vor Publikum musste ich lernen, dass meine Experimentallyrik weitaus weniger
Reaktionen hervorruft als meine Gebrauchslyrik. Weniger Freude zumindest.“
Man sorgt
sich so um die Langusten,
Weil sie beständig alles schwänzen;
Schon unsre Urgroßeltern wussten:
Nur wenn man da ist, kann man glänzen.
Doch führt
die schwarze Pädagogik
Der Fischer auf Langustenkuttern
Unstreitig zur Langustenlogik:
Nur den, der da ist, kann man futtern.
Weitere Bücher von Johannes Hucke:
Südpfalz Weinlesebuch
Kraichgauer
Weinlesebuch
Bergstraße Weinlesebuch
Rotstich. Ein Kraichgau-Wein-Krimi
Strafraum. Ein KSC-Krimi
Totland. KSC-Krimi Nr. 2
Neckarstadt-Western
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