Emil
Wachter
Tunesien
handsignierte Mappe
12 Zeichnungen
Format 31 x 42 cm
Farbstift (1969)
hochwertiger Kunstdruck
€ 85

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Emil Wachter
Tunesien
Als
Emil Wachter 1969 eine dreimonatige Nordafrika-Reise antrat, wusste er,
dass er in der Nachfolge stand von vielen, die vor ihm schon als Maler
den Orient gerade in Tunesien entdeckt hatten: Klee, Macke, Moilliet auf
der legendären „Tunis-Reise 1914“, davor Kandinsky und
Gabriele Münter sowie die vielen Orientmaler des 19. Jahrhunderts.
So gesehen kam er zu spät, um das Licht und die Farbe des Orients
für die Malerei zu entdecken, aber sicher nicht zu spät, um
viele neue Motive, Blickwinkel und natürlich auch Menschen aufzuspüren
und eindrucksvoll darzustellen.
Die Reise führte Emil Wachter, der nach Niederlegung seiner Karlsruher
Professur sechs Jahre zuvor wieder freier Künstler geworden war,
von Italien zunächst nach Tunesien. Eine erste Gruppe von Farbzeichnungen
ist mit „Tunis 7.5.69“ datiert. Ohne dass der Reiseverlauf
im Einzelnen Tag für Tag rekonstruiert werden soll und kann, entstanden
bis zum 30. Mai 1969 Blätter, die mit den Städtenamen Sousse,
Kairouan, Sfax, Matmata und Tozeur bezeichnet sind.
Emil Wachter war gemeinsam mit seiner Frau mit einer Reisegesellschaft
im Bus unterwegs, hatte dabei aber genug Pausen zum Malen und Zeichnen.
Es sind selten die Stadtansichten, markante Moscheebauten oder antike
Ruinen, die ihn anzogen, sondern bescheidenere Winkel und vor allem Menschen,
in Gruppen oder einzeln. Wer weiß, wie schwierig es in Nordafrika
bis heute ist, Menschen zu malen oder zu fotografieren, kann sich die
Schwierigkeiten des Künstlers vorstellen und mehr noch die Spontaneität,
der es bedurfte, um mit sicherstem und wendigstem Strich den Umriss einer
ganzen Figur oder einer Figurengruppe auf die Schnelle zu erfassen.
Emil Wachter kam mit dem Orientbild der europäischen Moderne nach
Tunesien, das gekennzeichnet ist durch den Zauber der arabischen Architektur,
die Farbenfreude des gewebten Kelims, die handgedrehte Berberkeramik sowie
durch die literarische Tradition seit Gustave Flauberts Roman -„Salammbô“.
Man merkt es seinen Werken an, wie er dieses Bild verinnerlicht hat, es
aber umprägt zu neuen Bildern und einer neuen Faszination.
Harald
Siebenmorgen
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