Über uns

„Lindemanns Bibliothek“:
Seit 1953 Bücher für die Region

Literatur hat in Karlsruhe eine lange Tradition. Johann Peter Hebel, Victor von Scheffel, Otto Flake, Marie-Luise Kaschnitz, Walter Helmut Fritz, Katja Henkel, Silke Scheuermann, Patrick Roth, Markus Orths, Matthias Kehle, Volker Kaminski – all dies sind Autorinnen und Autoren, die aus Karlsruhe stammen, die hier gewirkt haben und bis heute wirken und die weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind. Selbstredend: Autoren brauchen Verlage. Und auch die haben eine interessante, wechselvolle Geschichte in Badens ehemaliger Residenz: Macklot und Schmieder, C.F. Müller, G. Braun, Badenia, der legendäre Stahlberg – inzwischen alle nicht mehr existent – und seit 1953 der Badnerland Verlag, der heutige Info Verlag, der 2018 sein 65-jähriges Bestehen feierte und nach wie vor in Familienbesitz ist.

„Thematisch flexibel“ nennt die Presse das umfangreiche Programm des Hauses, die einzige Verlagsgründung, wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Karlsruhe gegründet, die bis heute Bestand hat. Da steht Weltanschauliches neben Erzählkunst, Tagesaktualität neben Entdeckerfreude, Regionales neben Reisewelten. Das Thema Geschichte hat ebenso seinen Platz wie die Kunst, Ausstellungskataloge für Stadt und Region, Wegweiser durch Museen, Kunstsammlungen und Paragraphen; Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur finden eine Würdigung. Ein Schwerpunkt des Lesestoffs ist die regionale Literatur. Dabei spielt Karlsruhe als Schauplatz eine herausgehobene Rolle, wie etwa die Romane von Petra Hauser und Hedi Schulitz sowie die verschiedenen erfolgreichen Anthologien von Doris Lott zeigen. Mit Johannes Hucke, Horst Koch und Michael Roth sind einige der erfolgreichen Regio-Krimi-Spezialisten benannt. Hucke, als Schriftsteller und Weinjournalist weithin geschätzt, hat sich insbesondere auch mit seinen Weinlesebüchern zum Kraichgau, der Südpfalz, der Bergstraße und der Region Churfranken einen Namen gemacht. Nicht zuletzt die Mundart, die in Karlsruhe viele Jahren vor allem mit Harald Hurst in Verbindung gebracht wurde, spielte in den letzten 20 Jahren eine wichtige Rolle im Verlagsprogramm: der Grandseigneur der Muddersprooch, Dr. Rudolf Stähle, gehört ebenso zu den prämiierten Autoren der „Edition Mundart“ (erscheint seit 1999) wie SWR-Gutsele-Autor Herman Dischinger oder Werner Puschner, dessen Weihnachtsminis „Mir schenke uns nix“ und „Mir schenke uns gar nix“ zu den meistgekauften Titeln der Region gehören. Auch viele andere Autoren des Verlages sind mehrfach ausgezeichnet und erhielten angesehene Literaturpreise.

In den fünfziger Jahren wurde im Umfeld der Arbeitsgemeinschaft „Heimatbund Badenerland e.V.“ der „Badenerland Verlag“ gegründet. Wichtigstes Verlagsobjekt war die Zeitung „Badenerland“, die sich mit Politik, Wirtschaft und Kultur in Baden beschäftigte. Nach dem Volksentscheid für den Verbleib Badens im Lande Baden-Württemberg im Juni 1970 wurde das Erscheinen der Zeitung eingestellt und der Verlag in neue Hände gegeben. Klaus E.R. Lindemann (*1944), Journalist und Politologe, übernahm den Verlag und führte ihn unter dem neuen Namen „Info Verlag“ weiter. Bereits 1967 initiierte er zur Förderung junger Autoren gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe den Lyrik­wettbewerb „Junge Poesie einer Stadt“. Etliche Wettbewerbsteilnehmer, die damals mit ihren ersten literarischen Gehversuchen an die Öffentlichkeit traten, sind heute etablierte Schriftsteller oder in anderen künstlerischen Sparten erfolgreich wie zum Beispiel der Komponist Wolfgang Rihm. Die durch den Wettbewerb initiierte literarische Richtung wurde übrigens beibehalten. Die „Edition Junge Poesie“ besteht bis heute fort.

Das Verlagsprogramm umfasst Bildbände, Dokumentationen, Nachschlagewerke, Anthologien, Zeitschriften, Fachbücher, Kalender, Kataloge, Jahrbücher und Kunsteditionen. Im Laufe der Jahre kam es zu Umstrukturierungen und zu einer stärkeren Berücksichtigung auch von Titeln mit überregionaler Bedeutung, insbesondere auch Reise-Literatur und Fotobildbände über Städte, Länder und Landschaften – vom Kraichgau über den Gardasee und Genfer See bis nach Laos und Kasachstan. Schwerpunkte des Verlages sind heute insbesondere Regionalia im Bereich Literatur, Krimis, Mundart, Wein- und Reiselesebücher, Kunst und Geschichte. Dazu gehören neben zahlreichen Ausstellungskatalogen und Museumsführern etwa für das Badische Landesmuseum vor allem die Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, die fast alle im Info Verlag erschienen.

Der heutige Verleger, Thomas Lindemann (*1965), trat 1992 in den Betrieb ein, nachdem sein Vater Klaus E.R. Lindemann – neben der eigenen Consulting-Firma u.a. als Stiftungsvorstand der Majolika tätig – als Touristikdirektor in die Landeshauptstadt Stuttgart wechselte. Seither wurde der Bereich Satz und Druckvorstufe sowie Grafik und Gestaltung in den Verlag integriert. Die klassischen Verlagsaufgaben wurden durch die Tätigkeitsfelder Kommunikation, Gestaltung und Design ergänzt. Neben Geschäftsdrucksachen, Veranstaltungsprogrammen und Jahresberichten für Verbände und Institutionen realisieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Image-Broschüren für Städte und Gemeinden sowie Werbedrucksachen aller Art.

 

 

Zuletzt angesehen